Oft ist es gar nicht so einfach, die ersten Anzeichen der Wechseljahre zu erkennen. Denn die hormonelle Umstellung ist nicht immer mit Beschwerden verbunden und fällt bei jeder Frau ganz unterschiedlich aus. Manche Frauen spüren ganz deutlich körperliche Anzeichen, andere wiederum nehmen die Wechseljahre erst dann wahr, wenn die Regel komplett ausbleibt.

An welchen Anzeichen du erkennst, dass deine Wechseljahre beginnen, welche Begleiterscheinungen am häufigsten auftreten und woran du merkst, ob du bereits mitten in den Wechseljahren steckst, erfährst du in diesem Beitrag.

Ab wann kommt man als Frau normalerweise in die Wechseljahre?

Laut Statistik kommen die meisten Frauen zwischen Mitte 40 und Mitte 50 in die Wechseljahre.
In Ausnahmefällen können die Wechseljahre allerdings schon Ende 30 auftreten, sowie deutlich später mit Ende 50. Wann eine Frau in die Wechseljahre kommt, ist ganz individuell.

Frau mit ersten Anzeichen der Wechseljahre

Was können erste Anzeichen für den Beginn der Wechseljahre sein?

Neigt sich die fruchtbare Lebensphase der Frau dem Ende zu, stellt sich der weibliche Körper hormonell um und die Wechseljahre beginnen. Das bedeutet, dass die Eierstöcke weniger Geschlechtshormone produzieren, was wiederum ganz unterschiedliche Auswirkungen auf Veränderungen im Körper und das Wohlbefinden der Frau hat.

Folgende Anzeichen können deshalb in den Wechseljahren auftreten:

1. Unregelmäßiger Zyklus

Ein typisches Anzeichen für die Wechseljahre sind Zyklusschwankungen.
Dadurch, dass die Eierstöcke in den Wechseljahren weniger Geschlechtshormone produzieren, bleibt der Eisprung immer häufiger aus. Die Zykluslänge schwankt zunächst, bis die Zyklen immer länger werden und die Monatsblutung schließlich ganz ausbleibt. Ein weiteres Anzeichen sind Zwischenblutungen sowie die Intensität der Menstruation, die zwar häufig stärker, aber dafür auch kürzer ausfällt.

2. Stimmungsschwankungen, Depressionen & Angstzustände

Das hormonelle Ungleichgewicht hat während den Wechseljahren oft eine große Auswirkung auf die Psyche. Die Anzeichen können von Konzentrationsschwierigkeiten und Gereiztheit, bis hin zu Angstzuständen und Panikattacken viele Facetten zeigen. Oft berichten Frauen in den Wechseljahren von starken Stimmungsschwankungen oder gar depressiver Verstimmung.

3. Schlafstörungen, Müdigkeit & innere Unruhe

Hormonschwankungen sind eine häufige Ursache für Schlafprobleme.
Anzeichen in den Wechseljahren sind innere Unruhe sowie eine gestörte Nachtruhe, die unter anderem auf die abnehmende Östrogen- und Progesteronaktivität in den Wechseljahren zurückzuführen ist. Aber auch Blutzuckerschwankungen, die auf eine verminderte Insulinsensitivität in der Zeit der Wechseljahre zurückzuführen sind, können dazu führen, dass Frauen mitten in der Nacht aufwachen und nicht mehr einschlafen können. Das wiederum führt zu Abgeschlagenheit und Erschöpfung im Alltag.

4. Gewichtsveränderungen

In vielen Fällen ist eine merkliche Gewichtszunahme bei Frauen ein Anzeichen dafür, dass sie in die Wechseljahre kommen. Durch die Dominanz des Hormons Östrogen im Verhältnis zum abfallenden Progesteron, eine nachlassende Aktivität der Schilddrüse oder Insulinresistenzen verändert sich der Stoffwechsel und der Körper lagert vermehrt Fettgewebe am Bauch ein. Gleichzeitig baut sich mit dem Alter die Muskelmasse ab, die für den Energieumsatz wichtig ist.

5. Hitzewallungen & Schweißausbrüche

Ein deutliches Anzeichen für die Wechseljahre sind Nachtschweiß und plötzlich starkes Schwitzen.
Besonders am Anfang der Wechseljahre treten durch die schwankenden Östrogenspiegel Hitzewallungen in Schüben auf und können bis zu einer Stunde andauern. Die sogenannte fliegende Hitze betrifft nahezu jede zweite Frau in den Wechseljahren und breitet sich ganz plötzlich über das Gesicht, den Halsbereich sowie den Oberkörper aus. Begleiterscheinungen sind Rötungen der Haut, Herzklopfen und Schweißausbrüche.

6. Trockene Haut & Schleimhäute

Abfallende Östrogenspiegel während der Wechseljahre führen dazu, dass sich die Haut und Schleimhäute verändern. Anzeichen in den Wechseljahren sind Juckreiz, Hautausschlag oder Scheidentrockenheit.
Haut und Gewebe können weniger Wasser speichern, werden schlechter durchblutet und dünner. Besonders in der Scheide bildet sich das Gewebe in den Wechseljahren zurück, was den Genitalbereich anfälliger für Verletzungen und Infektionen macht.

Frau mit Anzeichen, dass die Wechseljahre beginnen

7. Gelenkbeschwerden

Da die Muskelmasse im Alter abnimmt, können Rückenschmerzen und Gelenkbeschwerden typische Anzeichen für die Wechseljahre sein. Aber auch eine sich verstärkende Schilddrüsenunterfunktion oder stressbedingte hohe Cortisolspiegel können hinter Muskel- und Gelenkbeschwerden stecken. Durch den Östrogenmangel nimmt die Kollagenproduktion im Körper ab, was zu einem Dünnerwerden des Gelenkknorpels und einem Mangel an Gelenkflüssigkeit führt. Zudem vermindert der Mangel an Östrogen die Freisetzung von Endorphinen, die wichtig für die Schmerzregulierung sind. Die erhöhte Schmerzempfindlichkeit führt dazu, dass Gelenkschmerzen in den Wechseljahren noch intensiver wahrgenommen werden.

8. Libidoverlust

Oft wird sexuelle Lustlosigkeit mit den Wechseljahren in Verbindung gebracht, da für den Rückgang der weiblichen Libido vor allem signifikante hormonelle Veränderungen verantwortlich sind. Das sexuelle Desinteresse kann ein erstes Anzeichen für die Wechseljahre sein, aber auch daraus resultieren, dass die Scheide bei Erregung nicht mehr richtig feucht und der Geschlechtsverkehr oft schmerzhafter wird. Bei manchen Frauen verändert sich aber auch das eigene Körperbild und die Einstellung zur eigenen Weiblichkeit. Es beginnt eine neue Lebensphase, die unter Umständen auch den Blick auf die Partnerschaft und sexuelle Bedürfnisse verändern.

9. Haarausfall

Auch hormonell bedingter Haarausfall kann ein Anzeichen dafür sein, dass die Wechseljahre beginnen. Denn Haarwurzeln reagieren sehr empfindlich auf Schwankungen der Hormonspiegel. Zudem werden durch die Umstellung des Haarwachstums die gesamten Haare dünner und können an vereinzelten Stellen lichter werden.

10. Herzrasen & Blutdruckschwankungen

Die hormonellen Veränderungen während der Wechseljahre können bei einigen Frauen zu Herzrasen und Blutdruckschwankungen führen. Besonders Hitzewallungen bewirken bei einigen Frauen starkes Herzklopfen, einen hohen Puls und Schwindelgefühl, welche als Zeichen für die Wechseljahre gewertet werden können.

11. Brustschmerzen

Hormonbedingte Brustschmerzen sind im fortgeschrittenen Alter Anzeichen für Wechseljahre, denn durch die altersbedingte Östrogendominanz verändert sich der Brustgewebeaufbau, was zu Spannungsgefühlen in der Brust führen kann. In vereinzelten Fällen können auch die Brustwarzen schmerzen und sich sogar verändern.

12. Kribbeln im ganzen Körper

Ein weiteres Anzeichen für die Wechseljahre können Sensibilitätsstörungen im Körper sein. Viele Frauen beschreiben diese Begleiterscheinungen als unangenehmes Kribbeln in Armen, Händen, Beinen und Füßen. Die verringerte Konzentration von Östrogen und Progesteron können Kribbeln und manchmal sogar Taubheitsgefühle zur Folge haben.

Frau mit ersten Anzeichen, dass sie in den Wechseljahren ist

Typische erste Anzeichen für den Beginn der Wechseljahre

Jede Frau ist anders und so äußern sich auch die Symptome der Wechseljahre bei jeder Frau ganz individuell. Dennoch kann man während der hormonellen Umstellung ganz typische Anzeichen bei Frauen beobachten, die den Beginn der Wechseljahre bekräftigen.

Die typischsten Anzeichen der Wechseljahre sind:

  • Hitzewallungen und Schweißausbrüche
  • Zyklusschwankungen
  • Stimmungsschwankungen
  • Gewichtszunahme
  • Scheidentrockenheit
  • Schlafstörungen

So deutest du die Anzeichen der Wechseljahre richtig

Nicht bei allen Frauen treten die gleichen Symptome auf und auch die Intensität der Beschwerden ist von Frau zu Frau ganz unterschiedlich.
Beobachte dich und deinen Körper achtsam im Alltag. Führe Tagebuch über mögliche Anzeichen oder Beschwerden und sprich ganz offen mit deinem Umfeld darüber, wie du dich fühlst. Je mehr du auf dich achtest, die Zeit des hormonellen Umschwungs liebevoll annimmst, aber auch aktiv deinen Hormonhaushalt durch eine hormonfreundliche Ernährungs- und Lebensweise unterstützt, desto entspannter kommst du durch die Wechseljahre.

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