Weizenwampe? Dick und krank durch Getreide

Stört Sie Ihr Bauchfett, haben Sie womöglich eine Weizenwampe? Weizen ist eines unserer Grundlebensmittel. Es vergeht kaum ein Tag, an dem wir ihn nicht in Form von Brot, Brötchen, Nudeln, Gebäck oder Kuchen zu uns nehmen. Die Bezeichnung „Weizenwampe“ stammt übrigens nicht von mir, sondern ist der Titel eines lesenswerten Buches des Amerikaners Dr. William Davis.

Neben Weizen sind auch Roggen, Hafer und Dinkel bei uns sehr beliebt. Alle diese Getreidesorten haben eine Gemeinsamkeit – sie enthalten Gluten, das sogenannte Kleberweiweiß.

Brot aus Weizenmehl
Brot mag jeder

Weizen hat mit 50 Prozent den höchsten Glutengehalt. Noch vor 50 Jahren lag der Glutenanteil des Weizens bei 5 Prozent! Er wurde in den letzten Jahren genetisch verändert, um industriellen Nahrungsmitteln noch bessere Back- und Klebeigenschaften zu geben (fluffig, knusprig, weich).

Weizen schädigt den Darm

Insbesondere das Gliadin, das Gluten des Weizens, wirkt belastend auf das Immunsystem, weil es biochemische Prozesse auslöst, die die Darmwandzellen zerstören und den Darm löchrig machen („Leaky Gut Syndrom“). Das kann zu Blähungen, schlechter Verdauung, erhöhten Entzündungswerten und Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Allergien und letztlich Autoimmunerkrankungen führen.

Gluten wirkt auf den Darm wie Schmirgelpapier und seine Phytate verbinden sich mit Kalzium, Eisen, Magnesium und Phosphor. Dadurch kann der Körper diese Mineralien schlechter aufnehmen. Es kommt zu Mangelerscheinungen, Abgeschlagenheit und Antriebslosigkeit. Eine Vielzahl von Stoffwechselprozessen wird beeinträchtigt.

Weizen macht dick

Insbesondere der durch hohen Weizenkonsum verursachte Magnesiummangel führt zur Insulinresistenz der Zellen, was eine vermehrte Fetteinlagerung in den Fettzellen zur Folge hat. Vor allem das Bauchfett (Viszeralfett) ist davon betroffen, das sich um die Organe des Bauchraums einlagert und die Weizenwampe entstehen lässt. Bauchfett produziert Hormone, die Entzündungsprozesse im Fettgewebe hervorrufen, Insulinresistenz verursachen und das Sättigungsgefühl manipulieren. Darüber hinaus ist der glykämische Index, der Blutzuckeranstieg, von Weizen sogar höher als der eines Schokoriegels.

Vollkornbrot ist übrigens nicht gesünder! Denn die Schalen des vollen Korns (wie auch die von Soja, Hülsenfrüchten und Nüssen) enthalten Lektine und Saponine, die ebenfalls Darmwandzellen schädigen können und das Leaky Gut Syndrom begünstigen.

Alternativen zum Weizen

Wenn Sie Ihren (Weizen)Bauch loswerden möchten, Gewicht reduzieren wollen, sich vitaler und fitter fühlen möchten und Verdauungsbeschwerden los werden wollen, sollten Sie komplett auf Weizen verzichten. Hafer, Dinkel und Urgetreide wie Kamut, Emmer oder Einkorn haben weniger Gluten, sind nicht überzüchtet oder genetisch verändert, weshalb sie meist besser vertragen werden und gelegentlich gegessen werden können.

Ich persönlich mache mir morgens hin und wieder Porridge aus Haferflocken. Hafer ist auch für viele glutensensitive Menschen bekömmlich, da er keine Verwandschaft zum Weizen hat. Das Problem heutzutage ist aber, das Hafer produktionsbedingt mit glutenhaltigen Getreiden kontaminiert ist und deswegen ebenfalls zu Unverträglichkeiten führen kann. Wer das ausschließen will, greift wie ich zu glutenfreien Haferflocken, die es im Bioladen gibt.

Auch Pseudogetreide, die kein Gluten enthalten wie Buchweizen, Amaranth, Quinoa, Reis, Hirse oder Amaranth sind ein möglicher Ersatz für Weizen. Ich mache daraus Porridge, Müsli, Brot oder Brötchen. Da es aber am Klebereiweiß fehlt, ist das glutenfreie Backen eine Kunst für sich. Der Teig geht einfach nicht so gut auf und bindet nicht. Mit glutenfreiem Backpulver, Pfeilwurzelmehl, Tapiokastärke, Chia- oder Leinsamen oder Ei kann man die Bindefähigkeit glutenfreier Mehle optimieren.

Vielleicht denken Sie jetzt über glutenfreie Fertigprodukte nach, die immer mehr in den konventionellen Handel kommen. Nur weil „glutenfrei“ drauf steht, sind sie noch lange nicht gesund. Um das echte Weizenbrötchen zu imitieren, wird bei Fertigware meist mit billiger dick machender Mais- und Reisstärke und anderen künstlichen Bindemitteln und Zusätzen gearbeitet.

Pseudogetreide nur in Maßen

Auch Pseudogetreide besitzen in ihrer Schale darmschädigende Antinährstoffe (Saponine, Phytinsäure, Lektine). Selbst wenn sie frei von Gluten sind, sollten Sie sie daher ebenfalls nur in Maßen und möglichst nicht täglich verzehren. Um Phytinsäure bzw. Bitterstoffe zu reduzieren und das Getreide bekömmlicher zu machen, weiche ich es über Nacht in Wasser ein, bevor ich es morgens als Porridge verwende.

Wenn Sie sich glutenfrei ernähren möchten und müssen bedenken Sie bitte auch, dass die meisten industriell hergestellten Nahrungsmittel Gluten enthalten, z.B. Fertiggerichte, Fertigsoßen, Brühwürfel, Backpulver, Paniermehl, Sojasoße, Würzsoßen etc.

Vielen Klientinnen fehlen vor allem zum Frühstück Alternativen, um Vollkornbrot, Müsli & Co zu ersetzen. Probieren Sie doch einmal meine Breakfast Bowl aus Buchweizen, das Kokos-Nuss-Knuspermüsli, Chiapudding oder das Quarkbrot ohne Mehl.

Mein Tipp

Machen Sie doch einfach diesen Test: Verzichten Sie 4 Wochen lang auf Gluten und beobachten Sie, wie Ihre Taille schlanker wird und wie viel mehr Energie Sie haben.

Ich wünsche Ihnen eine genussvolle, kreative glutenfreie Zeit. Über Ihre Erfahrungen und Fragen freue ich mich. Ihre Rabea Kieß

4 Kommentare
  • Friedhelm Marks
    Veröffentlicht um 20:12h, 25 Dezember Antworten

    Hallo Frau Kieß,
    ich habe das Buch „Weizenwampe“ von Dr. med. William Davis gelesen und bin beeindruckt. Seit 4 Wochen vermeide ich jede Art von Weizen und hoffe, noch 2 Monate mindestens so weiter machen zu können. Danach lasse ich ein Vergleichsblutbild machen, um zu sehen, was sich gegenüber dem vom Juli geändert hat. Weizenfreie Mehlsorten sind ja hier bei uns ohne Probleme erhältlich. Ich habe mich schon mit Mandelmehl, Kastanienmehl, Kichererbsenmehl usw. eingedeckt. Es gibt auch reichlich Rezepte (z.B. das Kochbuch von Dr. Davis), aber ich suche immer noch nach dem idealen Brotrezept. Die gängigsten, z.B. von Almondo, überzeugen mich nicht. Ideal wäre für mich ein Brotrezept ohne Weizen aber mit Hefe, weil ich dessen Gesundheitspotential sehr schätze. Haben Sie einen Tipp?

    Herzliche Grüße

    Friedhelm Marks

  • Nina
    Veröffentlicht um 20:06h, 17 März Antworten

    Liebe Rabea,

    leider sind deine alternativen Brotrezepte nicht (mehr) verfügbar. Würde mich aber sehr darüber freuen.

    Alles Liebe,

    Nina

    • Rabea
      Veröffentlicht um 17:28h, 21 März Antworten

      Hallo liebe Nina, sie sind noch alle da. Könnte aber sein, dass dein Link veraltet ist. Gib im Blog mit der Suchfunktion rechts oben das Suchwort „Brot“ ein. Oder scrolle durch die Rezepte. Liebe Grüße!

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